Neue Gebührenordnung für das Waldbad Sulzbach-Rosenberg

In der Stadtratssitzung am 25. Februar 2025 (hier unsere Mitschrift) wurde mit großer Mehrheit eine neue Gebührensatzung für das städtische Waldbad beschlossen, welche für die kommende Saison teils deutlich gestiegene Eintrittspreise zur Folge hat. Vor welchem Hintergrund rechtfertigt sich diese Preiserhöhung, und warum gibt es künftig weder eine Familienkarte noch Tarife für Kurzzeit-Gäste welche tagsüber für ein oder zwei Stunden schwimmen wollen?

Wie gestalten sich künftig die Eintrittspreise für das Waldbad?

Ein paar Eckdaten

Einzelkarten für einen Tag kosten ohne Ermäßigung künftig € 6,00 für Erwachsene und € 3,50 für Kinder und Jugendliche, Dauerkarten € 118,00 bzw. € 70,00 was einer deutlichen Preiserhöhung von mehreren 10 % entspricht. Auch die ermäßigten Tarife wurde erhöht, wobei erfreulicherweise zu dem hierfür berechtigten Personenkreis (u. a. Schüler, Studenten, Auszubildende, Behinderte, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger) künftig auch Inhaber des von uns vor Jahren ins Leben gerufenen Stadtpasses gehören, was den für ermäßigte Eintrittspreise berechtigten Personenkreis deutlich erweitert.

Warum keine Familienkarte und keine Tarife für Kurzzeit-Gäste?

Hauptgrund für das Wegfallen von Familien-Tageskarten war der teils massive Missbrauch dieses Tarifs, weswegen Angestellte des Waldbades selbst darum gebeten haben, diese Option aus der neuen Gebührensatzung zu nehmen. Wir finden diese Entscheidung nachvollziehbar, es gleichzeitig aber sehr schade dass die Anstandslosigkeit weniger zu einem Nachteil vieler führt. Weiter bestehen jedoch bleibt die Familien-Jahreskarte (€ 160,00).

Wer nur ein oder zwei Stunden schwimmen möchte hat über den „Feierabendtarif“ für € 3,50 (Erwachsene) bzw. € 2,50 (Kinder und Jugendliche) die Möglichkeit, dies zwei Stunden vor Badeschluss zu tun. Die gleiche Option tagsüber würde ein teures Kassensystem erfordern, u. a. für das Nachzahlen bei Überschreitung des bezahlten Zeitraums.

Warum überhaupt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgelder?

Viel Geld ist in den letzten Jahren ins Waldbad investiert worden, die laufenden Kosten übersteigen die Einnahmen deutlich:

  • Bislang ca. 11 Mio. Euro Sanierungskosten
  • Ca. 2 Mio. € an Investitionen (u. a. Außenanlagen) ausstehend
  • Jährliche Unterdeckung von ca. 850.000 €

Wir haben in mehren zurück liegenden Stadtratssitzungen Vorschläge und Forderungen nach Kosteneinsparungen bei Sanierung und Neubau des Waldbades gemacht, denen zu unserem Bedauern zum großen Teil nicht gefolgt wurde. Ebenso unserem Appell, auf die sehr teure Investition der Rutschen mit den damals bereits bekannten Folgekosten zu verzichten.

Warum auch wir für die neue Gebührensatzung gestimmt haben

Uns ist bewusst, dass ein öffentliches Bad ein wichtiger Faktor für Gesundheit und soziales Miteinander unserer Bürgerinnen und Bürger ist, und eine elementare Voraussetzung dafür, unseren Kindern sicheres Schwimmen beizubringen um so Badeunfälle zu vermeiden.

Wir wissen, dass ein städtisches Waldbad voraussichtlich immer defizitär bleiben wird, nicht die Funktion einer Einnahmequelle hat und auch höhere Gebühren die Unterdeckung nicht kompensieren können.

Wir erkennen jedoch die Realität an, dass die immensen Investitionskosten in ein modernes Freibad im Kontext unserer sehr angespannten Haushaltslage eine Erhöhung der Gebühren für die Nutzung des Freibades unumgänglich machen.